Heute, 09.04.2026, waren 3 Vertreter der beiden Ämter vor Ort, die mir die Bewilligung ausstellen. Davon waren die beiden Amtstierärztinnen neue Gesichter. Sympathische Gesichter. Ich denke, das könnte nun wieder eine bessere Zusammenarbeit geben. Wir hatten interessante Gespräche und ich habe bei den beiden jungen Damen schon den Eindruck gehabt, sie seien mir und dem Projekt wohlwollend gestimmt. Und das ist nach den ganzen letzten, sehr nervenaufreibenden Jahren, ein angenehmes Gefühl. Bleibt zu hoffen, dass mich das Gefühl nicht täuscht. Nerven brauche ich ja auch sonst noch genug. Für die Vögel - und deren Finder...
Und es sind ja 2 Ämter involviert... Von Seiten der Jagdverwaltung leider immer noch einige eher destruktive Weisungen. Keine Spechte, keine Greifvögel, keine Amseln. Ja, keine Amseln. Immer noch nicht. Wir haben es angesprochen, aber keine Chance. Amseln sind freigegeben vom Bundesamt für "Selbsthilfemassnahmen", was am Ende heisst, sie dürfen gejagt werden. Kein Kanton wendet dies an - ausser BL und BS.
Gut, was sie (die Amseln) nun genau anrichten, damit Menschen eine Notwendigkeit sehen, diese Massnahmen zu ergreifen, ist mir nach wie vor nicht klar und das wurde so auch nicht ausgeführt... Ich weiss von Staren, die ganze Weingüter in riesigen Schwärmen in einem Tag leerfressen. Aber Amseln? Mir sind solche Amselschwärme nicht bekannt. Und ob eine Amsel nun jemanden "schädigt" wenn sie im Garten nach Würmern sucht?! In manchen Gebieten Deutschlands jubeln Vogelfreunde, wenn sie eine Amsel zu Gesicht bekommen, weil es dort inzwischen keine mehr gibt. Krasse Welt. Aber gut, ändern kann ich es nicht.
Was die Spechte und Greifvögel betrifft, dazu habe ich mich auch schon geäussert. Ich bin ausgerüstet mit Boxen, Futter und Fachwissen. Aber nicht mit grossen Volieren. Kaum ein Greifvogel (und schon gar kein Specht mit Anflugtrauma) benötigt aber eine grosse Voliere, denn wenn er fliegen könnte, wäre er nicht in der Station. Es gibt sicher Fälle, wo Vögel viel Platz brauchen um Muskulatur aufzubauen und zu fliegen - das sind aber ganz seltene Fälle. In den meisten Fällen brauchen lädierte Vögel eine dunkle, ruhige Box, Schmerzmittel, gutes Futter und viel Ruhe! Dann können sie (ohne wieder eingefangen werden zu müssen aus einer Voliere, was unglaublich viel Potenzial für Energieverbrauch und Verletzungen mit sich bringt!) direkt wieder am Fundort ausgewildert werden...
Zur Zeit wird diese Argumentation (die übrigens viele erfahrene Stationen so bestätigen und auch handhaben) nicht akzeptiert und diese Vögel dürfen nicht zu mir. Via Amt für Wald / Polizei wird eine Triage betrieben und die Tiere verteilt... Warten wir mal ab, ob wir da vielleicht dann beizeiten doch auch noch ins Gespräch kommen und andere Lösungen finden. Schön wär es - aber im Moment ist es wohl zu früh. Langweilig wirds mir nicht, es wird genug Singvögel geben, die Hilfe brauchen. ;-) Und die werden kommen, denn eine erneute Verlängerung der Bewilligung wurde mir heute zugesagt.
NICHT Raum Basel - bitte Vogelwarte Sempach Tel. 041 462 97 00 oder zuständigen Verein vor Ort kontaktieren
Vogel verletzt - nächst gelegenen Tierarzt kontaktieren (Wildtiere werden in den meisten Fällen kostenlos behandelt). Ich darf Vögel erst annehmen, wenn eine Diagnose des Tierarztes vorliegt! Am besten den Vogel einem Tierarzt zeigen, der soll sich doch bitte kurz Zeit nehmen, den Vogel schnell durchchecken und dann -falls nicht unheilbar verletzt oder krank - direkt an mich überweisen. Mit entsprechenden Papieren und falls notwendig Medikationen. Dann kann der Finder den Vogel gleich weiter zu mir bringen und sowohl für den Tierarzt als auch für den Finder ist die Sache sauber erledigt.
Für mehr detaillierte Infos zum richtigen Verhalten mit ihrem Findling, lesen Sie bitte weiter auf folgender Seite:
Ein Infoblatt zum ausdrucken, verteilen, aufhängen usw. finden Sie HIER
Telefonische Erreichbarkeit und weitere wichtige Infos:Ich bitte Sie, zu berücksichtigen, dass diese Station eine EHRENAMTLICHE Tätigkeit in meiner Freizeit ist und ich daher nicht permanent telefonieren kann. Um die Situation einschätzen zu können, brauche ich vorallem auch Bilder / Videos, Erklärungen am Telefon sind nicht hilfreich, dauern oft zu lang und die Infos, die ich brauche, kommen dennoch nicht. Daher werden Sie mich telefonisch nicht erreichen.Senden Sie mir einfach ein Whatsapp mit einigen Infos und Bild des Vogels, dann erhalten Sie innert kürzester Zeit konkrete Infos, wie Sie vorgehen können. Besten Dank für Ihre Kooperation! |
Und ganz wichtig: die Station lebt von Spenden! In anderen Kantonen erhalten die Stationen teilweise pro Pflegling einen Beitrag pro Tag oder ein vom Kanton angestellter und finanzierter Tierpfleger kümmert sich um diese Arbeit, die ich hier im Raum Basel als Ehrenamt ausführe...
....und obwohl ich in der Hauptsaison deutlich weniger arbeiten und Geld verdienen kann, bleiben meine Kosten (Miete, Krankenkasse usw.) gleich und wollen bezahlt werden!
Mit Ihrer Spende halten Sie also diese Station am Leben, die Vögel, die wirklich meine Hilfe brauchen und ich danken Ihnen dafür ganz herzlich! :-)